Zum Hauptinhalt springen

2. BERUF

Sicherung eines auskömmlichen
Berufseinkommens

Was sind die dringlichsten Probleme unseres Berufsstands?

Architektur ist ein freier Beruf mit hoher Verantwortung.
Damit Architektinnen und Architekten diese Verantwortung dauerhaft tragen können, braucht es verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, faire Verfahren und eine Altersversorgung, die Sicherheit bietet.

Wir setzen uns dafür ein, den Beruf wieder wirtschaftlich tragfähig, vielfältig und zukunftsfähig zu machen.

Ein freier Beruf braucht eine wirtschaftliche Grundlage.

Ziel muss sein:

  • ein auskömmliches Einkommen für selbstständige Architekt:innen
  • die Sicherung des Architektenmittelstands
  • Perspektiven für Einzelkämpfer:innen und kleine Büros

Ohne wirtschaftliche Stabilität verlieren wir Vielfalt, Qualität und Nachwuchs.
Der Fortbestand unseres Berufsstandes hängt unmittelbar davon ab.

HOAI in erneuerter und verbindlicher Form

Die Honorarordnung ist ein zentrales Instrument zur Sicherung qualitätsvoller Planung.

Wir fordern:

  • eine verbindliche, erneuerte HOAI. Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen.
  • Die Einführung dieser neuen HOAI 2026.
  • aufwandsgerechte und auskömmliche Honorarsätze
  • keine beliebigen Unterschreitungen
  • die Verhinderung pauschaler Abschläge

Honorare müssen den tatsächlichen Planungsaufwand widerspiegeln – nicht den Preisdruck des Marktes.

Faire Auftragsvergabe mit Schwerpunkt Regionalisierung

Öffentliche Aufträge prägen den Berufsstand maßgeblich. Regionale Bauaufgaben sollten auch von regionalen Planern geplant werden können. Dadurch wird die regionale Wirtschaft und die Vielfalt der Bürolandschaft gestärkt.

Wir setzen uns ein für:

  • bevorzugte Vergabe an regionale Büros
  • echte Chancen für junge und kleinere Architekturbüros
  • eine stärkere Berücksichtigung lokaler Kompetenz – insbesondere im öffentlichen Bau

Reform des Vergabeverfahrens oder Abschaffung

Die heutigen Vergabe- und VGV-Verfahren schließen kleine und mittlere Büros durch die hohen Hürden bei den Bewerbungen faktisch aus. Die Verfahren laufen wenig transparent ab. Eine Kontrolle ist nicht gegeben. Wenige Büros führen den Großteil der Verfahren durch.

Die Folgen:

  • enorme formale Hürden
  • Ausschluss qualifizierter Büros
  • Bevorzugung von Konzernen und großen Bürokonglomeraten.
  • Verarmung der Baukultur
  • Mehrkosten für die Auftraggeber

Wir fordern grundlegende Änderungen bis hin zur Abschaffung dieser Verfahren, um eine faire Beteiligung auch kleiner und mittlerer Büros zu ermöglichen. Qualität muss wieder zum Auswahlkriterium werden.
Es müssen reale Mitwirkungsmöglichkeiten für leistungsfähige Büros aller Größen geschaffen werden.

Vergabeverfahren müssen Auswahl ermöglichen – nicht verhindern.

Baukultur statt Billigbau

Die Zukunft des Berufs und die Lösung der Krise im Wohnungsmarkt liegt nicht in standardisierten Bauten. Dies ist ein Rückschritt in die Plattenbauarchitektut vergangener Jahrzehnte.

Unsere Überzeugung:

  • Gute Architektur entsteht durch Qualität, nicht durch Serienproduktion
  • Langlebigkeit, Nutzungsqualität und Baukultur sichern den Wert von Gebäuden
  • Anspruchsvolle Planung ist gesellschaftlich notwendig und wirtschaftlich sinnvoll
  • nicht das einfache, schnell gefertigte Haus sichert das berufliche Überleben – sondern Qualität, Verantwortung und Baukultur.
  • Serielles bauen schafft den Architekten als Planer und Gestalter ab.

Sicherung der Altersversorgung Rentenbeiträge transparent
und nachprüfbar investieren

Die Altersversorgung ist ein zentraler Bestandteil der beruflichen Sicherheit.

Wir fordern:

  • staatliche Garantien für die Rentenzahlungen
  • stärkere fachliche Kontrolle der Kapitalanlagen
  • Schutz vor spekulativen Risiken
  • Ausgleich der Inflation, insbesondere bei Altrenten

Aufbau einer verbindlichen Zusatzversorgung

Angesichts wirtschaftlicher Veränderungen braucht es zusätzliche Vorsorge.

Wir halten für notwendig:

  • eine verbindliche Zusatzversorgung für alle Beitragszahler:innen
  • transparente, fachlich begleitete Anlagemodelle (z. B. Aktienmodelle)
  • klare Regeln und langfristige Strategien

Zusatzvorsorge darf kein individuelles Risiko sein, sondern muss solidarisch und verlässlich organisiert werden.